Historische Sammlung Haselau – Start in die neue Saison

Von Dieter Günther

Sammeln, Bewahren, Forschen und Vermitteln, dieses ist das jüngste Projekt einer Studiengruppe der Christian-Albrecht-Universität, Kiel zum Thema
„Der Sinn von Museen“.
Sicher ist dabei auch die Lust zum Sammeln von wesentlicher Bedeutung einer Leidenschaft, die schon seit Ewigkeit in uns steckt.
Der Gedanke, historische Dinge zusammenzutragen und zu bewahren, bewegte schon frühzeitig die Gemüter vieler Marschbewohner, und so bedurfte es letztlich nur eines Anstoßes, um im Jahre 1998 den Verein für Sammlung und Erhalt alter Gegenstände, Historische Sammlung, Haselau,  zu gründen. Nachdem die Räumlichkeiten zur Verfügung standen, war der Grundstein für die Lagerung der ersten Exponate gelegt. Die regionaltypische Sammlung, die sich bisher aufgebaut hat, kann sich durchaus sehen lassen. Klein aber fein, hört und liest man immer wieder im Gästebuch des Vereins, Erstaunen über die Vielfalt der Themen und Einzelstücke.
Auch nach 17 Jahren der Vereinsgründung überraschen uns Mitbürger mit weiteren Stücken, mit denen sie unsere Sammlung bereichern, Dinge, von deren Existenz man vorher nichts wusste, die aber als Zeugnisse der Vergangenheit von Bedeutung sind. Darunter befindet sich eine Balkenwaage, früher bekannt als Besemer, die von Händlern im norddeutschen Raum verwendet wurde. Sie tauchte kürzlich als Bodenfund in Haselau/Altendeich auf.

Interessant ist ebenfalls ein handschriftlicher Vertrag aus dem Jahre 1801 über den Verkauf der Rabenkoppel in Hetlingen.
Als Verkäufer wurde Hans Riethmann, Bauer aus Appen-Etz genannt. Käufer war Sr. Exellenz des Geheimen Raths, Kammerherrn, Hofjägermeisters und Jägermeisters im ersten Hollsteinischen Forstdistrikts, Herrn Hinrich von Schilden, Rittern, Erbherrn auf Haseldorf, Haselau und Hetlingen, Heustaken und Idenburg.
Aber auch Erinnerungsstücke von Taufen, Hochzeiten und Jubiläen sind durchaus aufbewahrungswürdig.
Der Besitz alter Gerätschaften, wie etwa die der Bandreißer, Reepschläger und Grabenkleier ermöglichen es uns, den Gebrauch dieser Geräte den Museumsbesuchern zu erklären und zu verdeutlichen. Damit das Handwerk dieser Berufe sowie die Kunst des Seiledrehers nicht in Vergessenheit geraten, hat sich im Verein eine kleine Gruppe mit den Arbeitstechniken der Geräte vertraut gemacht, um bei Museumsbesuchen die Handhabung vorführen zu können. Der Arbeitsaufwand an Aufzucht, Pflege und Schneiden der Weiden ist erheblich, so dass der Nachwuchs in dem Beruf der Bandreißer fehlt. Deshalb ist es umso wichtiger, diese zumeist winterlichen Tätigkeiten unserer Vorfahren unseren Gästen vor Augen führen zu können.
Der Verein kann immer noch steigende Tendenz der Mitgliederzahlen verzeichnen. Waren es bei der Vereinsgründung 15 Personen, so sind es im Jahre 2014 bereits 115 Mitglieder, die den Verein unterstützen. Natürlich freut sich der Verein über jedes neue Mitglied, das den Verein aktiv oder auch „nur“ durch den Mitgliedsbeitrag in Höhe von 16,–€ jährlich unterstützen möchte. Jugendliche und Auszubildende zahlen keinen Beitrag, können daher schon recht früh als Mitglied einsteigen.
Seit Vereinsgründung, im Jahr 1998, hat es keine Beitragserhöhung gegeben. Stabile Finanzen des Vereins machen diesen Schritt in naher Zukunft auch nicht erforderlich.
Dankbar ist der Verein dafür, dass er bisher bei größeren Anschaffungen sich stets auf die Unterstützung privater Sponsoren und Spender aus der Wirtschaft verlassen konnte.
Die Anzahl der Besucher an den Öffnungstagen ist über die Jahre durchweg gleich geblieben, wobei das Wetter natürlich eine Rolle spielte, besonders bei Radlern und Fußgängern. Busse, die auf Tagestouren durch die Marsch fahren, machen immer häufiger Halt, um dem Museum einen Besuch abzustatten. Von großem Interesse bei den Besuchern sind dabei stets die Vorführungen der Reepschläger und der Bandreißer.
Ab Mai ist das Museum wieder an jedem ersten Sonntag im Monat von 14 – 17 Uhr geöffnet. Für Besuche außerhalb der festen Zeiten bitten wir um Terminvereinbarung.
Telefon oder Fax:
04129 468 (Dieter Günther).