Respekt und Vertrauen – die Schlüssel zu einer harmonischen Mensch-Hund-Beziehung

Wenn ich mit Hundehaltern spreche, höre ich sehr oft und mit großer Überzeugung vorgetragen, dass sowohl Vertrauen als auch Respekt in unserer Zeit ganz wichtige Elemente in der Hundeerziehung sind und die Grundlage für eine gute Beziehung zwischen Mensch und Hund. Dem kann ich mich absolut anschließen.
Begriffe wie Unterordnung oder Gehorsam stoßen in der Diskussion dagegen schnell auf Ablehnung und werden vielfach als nicht mehr zeitgemäß bezeichnet. Das kann ich nachvollziehen und würde mich auch nicht unbedingt auf diese – etwas negativ belastenden – Begriffe versteifen.
Aber trotzdem ist es  eine kaum bestrittene Tatsache, dass fast jeder Hundehalter sich wünscht, dass sich sein Hund „ordentlich“ benimmt und sein Verhalten nach den Wünschen seines Menschen ausrichtet. Um das zu erreichen, sind Respekt und Vertrauen natürlich wichtige Bausteine.
Wie gewinnt man nun das Vertrauen seines Vierbeiners?  Dafür ist es sicher notwendig, die Bedürfnisse des eigenen Hundes zu kennen und in Haltung, Pflege, Versorgung und Erziehung  zu berücksichtigen. Dazu gehört auch ganz sicher, das hoch soziale Lebewesen, für das wir lebenslang die Verantwortung übernehmen, fair und mit Respekt zu behandeln.
Damit der Hund aber auch in für ihn schwierigen Situationen das notwendige Vertrauen in „seinen“ Menschen haben kann, ist es wichtig, dass dieser Mensch souverän durch das gemeinsame Leben geht und seinen Hund vor Bedrohungen schützen kann.  Die manchmal geäußerte Ansicht „ach, die klären das schon untereinander“ führt nicht dazu, dass ein Hund erfahren kann, dass er „seinem“ Menschen auch dann vertrauen kann, wenn es mal schwierig wird – und nicht nur beim Belohnen für gutes Verhalten.
Um das Vertrauen eines Lebewesens zu gewinnen (das gilt nicht nur für den Hund), muss man auch eine Zuverlässigkeit und Berechenbarkeit im Handeln nachweisen. Es ist schwierig, wenn ein „Fehlverhalten“ des Hundes in vielen Fällen ignoriert oder belächelt wird und dann an einem anderen Tag das gleiche Verhalten zu einem Wutausbruch des Menschen führt. Durch solche Art des Umgangs kann der Hund seinen Menschen nicht verlässlich einschätzen und damit geht Vertrauen in den Menschen verloren.
Die Frage des Respektes ist aus meiner Sicht auch nicht zu unterschätzen. Ich meine dabei besonders den gegenseitigen Respekt. Mir begegnen immer wieder Hundehalter, die ihre Hunde und ihre Bedürfnisse sehr respektieren. Ich bin aber der Meinung, dass ich als Mensch genauso den Respekt meines Hundes erwarten sollte. Dazu gehören klare Regeln für den Hund im gemeinsamen Leben und auch eine liebevoll konsequente Durchsetzung dieser Regeln.
Hier schließt sich für mich der Kreis:
Der Hund hat einen zuverlässigen und berechenbaren Sozialpartner an seiner Seite verdient, der ihn fair und mit Respekt behandelt. Das schafft Vertrauen! Aber nur, wenn der Hund seinem Menschen auch Respekt entgegenbringt, wird der Hund akzeptieren, dass der Mensch in schwierigen Situationen (der Hund möchte doch mal den Artgenossen so richtig in die Schranken weisen, den Radfahrer bellend verfolgen etc.), Entscheidungen trifft und dem Hund klar macht, dass bestimmte Verhaltensweisen nicht akzeptabel sind in dieser Menschenwelt. Seien Sie fair, berechenbar und handeln Sie mit großem Respekt vor diesem hoch sozialen Lebewesen an Ihrer Seite – aber fordern Sie auch den gleichen Respekt von Ihrem Hund ein.
In diesem Sinne wünsche ich allen Mensch-Hunde-Teams eine wunderschöne  gemeinsame Zeit!
Susanne Gerlach
und viele Grüße von
Emma und Lucy